Hünfeld,    14.11.2019

Wer macht was in der Palliativversorgung?

Informationsabend von Palliativförderverein und Ökumenischem Hospizverein Hünfeld


Download der Vorträge unter:

 

Fachvorträge

 

Die gemeinsame Informationsveranstaltung vom Palliativ-förderverein Hand in Hand und dem Ökumenischen Hospiz-verein Hünfeld im November eines Jahres hat mittlerweile Tradition.

Der Palliativförderverein will, wenn er die Regie hat, jeweils eine Einrichtung aus dem Netzwerk der Palliativversorgung besonders herausstellen. Diesmal sollte das PalliativNetz Osthessen, kurz PNO, im Mittelpunkt stehen.

Bevor es dazu kam, hat Dr. Ambros Greiner das bestehende Netzwerk der Palliativversorgung im Hünfelder / osthessischen Raum vorgestellt. Sein Fazit: „In Osthessen gibt es exzellente Strukturen und gut vernetzte Einrichtungen, die gewährleisten, dass Menschen in Frieden und Würde sterben können.“

 

„Wenn man mit Leuten spricht, kriegt man immer wieder mit, dass unsere beiden Vereine, der Palliativförderverein und der Hospizverein, verwechselt oder in einen Topf geworfen werden. Wir vom Palliativförderverein,“ so Josef Staufer, „sammeln Gelder ein und geben sie gezielt an Einzelpersonen oder an Einrichtungen weiter. Zudem betreiben wir Öffentlichkeitsarbeit, um den Palliativgedanken weiter publik zu machen.

 

Was macht dagegen der Hospizverein?“ Dies sollte in einer Frage-Antwort-Runde offenbar werden, zu der sich mit ihm Frau Sabine Ilsemann, die Koordinatorin des Hospizvereins, und vier Hospizhelferinnen bzw. Hospizhelfer auf dem Podium eingefunden hatten. Schwerpunkt des Engagements der 28 Ehrenamtlichen des Hospizvereins, darunter fünf Männer, ist die Sterbebegleitung. Weitere Aufgaben sind die Hilfe bei der Vorbereitung der Beerdigung, Trauerbegleitung durch vier speziell ausgebildete Trauerbegleiterinnen, Gestaltung von Gottesdiensten und die Beratung zu Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung.

 

Dr. Ansgar Hoffmann, Palliativarzt beim Palliativnetz (PNO) Osthessen, hatte jetzt Gelegenheit, diese Einrichtung vorzustellen. Das PNO sei aus einer Arztpraxis hervorgegangen. Derzeit seien 10 Ärzte, 12 Palliativschwestern und 2 medizinische Fachangestellte im Einsatz. Das PNO sei 24 Stunden an 7 Tagen der Woche, also immer erreichbar. Allein diese Tatsache beruhige schon viele Patienten bei der ersten Kontaktaufnahme.

Das PNO leiste SAPV, d. h. spezielle ambulante Palliativ-versorgung. Dabei sei vorrangig, den Patienten schmerzfrei zu stellen und ihm die Atemnot zu nehmen.

 

Dr. Hoffmann zitierte aus einer internen Statistik des PNO: „Unter den 10 häufigsten Diagnosen der Patienten, zu denen wir gerufen werden, gehören 6 Arten von Krebs, aber auch Altersdemenz, chronische Lungenerkrankung, Schlaganfall und Herzschwäche."

Das PNO wolle und könne nicht den Hausarzt ersetzen, mache keine Urlaubsvertretung, leiste keinen ärztlichen Bereitschafts-dienst und biete keine Pflege an.

Wie kommt ein Patient zur SAPV (spezielle ambulante Palliativ-versorgung) ? Dabei spiele das Netzwerk, das Dr. Greiner angesprochen habe, eine wichtige Rolle.

Unbedingt notwendig sei, dass der Patient oder sein Betreuer dezidiert diese Betreuung wünsche.

Dabei gelten die Leistungen der SAPV zunächst nur für gesetzlich Versicherte. Privatpatienten sollten ihren Vertag studieren, um sich zu vergewissern, dass diese Leistungen von der Privatkasse übernommen werden. Dr. Hoffmann beruhigte aber seine Zuhörer: „Wir haben bisher jeden palliativ versorgt.“

 

Im letzten Teil der Informationsveranstaltung referierte Rechtsanwalt Michael Greiner, der 1. Vorsitzende des Palliativfördervereins, zum Thema Leistungsansprüche von Patienten in ambulanter und stationärer Versorgung.

Er stellte die Finanztöpfe vor, die vom Gesetzgeber eingerichtet worden sind und von der Öffentlichen Hand vorgehalten werden. Er stellte dar, welche dieser Hilfen aus den einzelnen Töpfen kombinierbar sind und welche nicht. An konkreten Beispielen erläuterte er die schwierige Materie. Michael Greiner stellte bedauernd fest, dass anspruchsberechtigte Patienten aus Unkenntnis oder Überforderung jedes Jahr bereitgestellte Mittel verfallen lassen. Es sei das oberste Gebot, sich beraten zu lassen (s. Kasten).

 

Die Veranstaltung hatte mit der Premiere des Image-Filmes über den Palliativförderverein Hand in Hand begonnen, und sie endete mit einer Lesung aus dem Buch „Jeder geht seinen Weg“, das vom Ökumenischen Hospizverein herausgegeben worden ist. Die Sterbebegleiterin Frau Sylvia Schäfer las den Beitrag „Auf der Palliativstation“. Ihr Fazit: Beim Sterben kann es dunkle, traurig machende Situationen geben, aber es ist nicht immer todernst! Man kann auch heiter sein und lachen!“

Pflegeberatung erhält man bei:



Palliativförderverein Hand in Hand e. V.  /   Herderring 14  /  36088 Hünfeld

Tel.:  06652 - 9859897

www.palliativfoerderverein-huenfeld.de

E-Mail: pallifoerderverein.huenfeld@gmail.com